Die goldenen Zwanziger – Armeezeit

Die Kindheit

Meine Schulklasse der Hermann-Matern-POS
Meine Schulklasse in Großenhain

Teenager

14 Jahre – Urlaub im Harz

Twen

Am Strand von Rügen 1993

Dreißiger

Die dreißiger Jahre

Vierziger

Die vierziger Jahre

Das Alter naht

Das Alter naht

Die Jahre als Twen (was im Übrigen übelstes Denglisch ist) verliefen in drei Abschnitten: Armee, Abitur, Studium. Aber der Reihe nach.

Die “Episode” Bad Düben war beendet und so kam ich also nach Tramm, in die FRA-132. Allzu lange werde ich mich mit der Schilderung dieser anderthalb Jahre nicht aufhalten, denn die Zeit war nicht schön. Ich gehörte in Tramm zur FüK (Führungskompanie) und kam auf ein Uffz-Zimmer mit vier Personen. Der “König” auf dieser Bude war Uffz Paulig. Dann gab es noch einen Arschkriecher, der später entlassen wurde als Paulig und Uffz Höfer. Er war ruhig und vor allem gezeichnet durch den langen Aufenthalt in Schwedt. So richtig gesund ist er wohl nie mehr geworden. Paulig stammte sogar aus Tramm und sein Vater war Oberstleutnant in Parchim im Regiment. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Paulig war bis zu einer Entlassung Truppführer der P-18. Ich war hier also nur das 5. Rad am Wagen. Stationsleiter war der “Elch” aka Hauptmann Bartsch. Ein Menschenfeind vor dem Herrn und vor allem voller Komplexe. In der zivilen Welt wäre er zugrunde gegangen – und ich hoffe, daß er das auch nach der Zerschlagung der NVA ist – deshalb ging er auch zum Militär. Paulig und Elch verstanden sich blendend. Eine FRA befindet sich immer zwei Wochen im DHS und zwei Wochen in der Bereitschaft. Ich durfte nie ins DHS, sondern mußte ständig Wache schieben oder in der Bereitschaftszeit sinnlose Übungen mit den Soldaten und Gefreiten des P-18-Trupps durchführen. Der Elch war überglücklich, denn er bemerkte, daß mich das Ganze zermürbte. Zum P-18-Trupp gehörte auch ein Soldat Ensikat. Warum sich dieser damals derart viel einbildete, obwohl er noch zwei Jahre jünger war als ich, ist mir bis heute nicht klar. Er war der Sohn eines der beide Brüder gleichen Namens. Aber schlau war er, so wie ein Bauer auch schlau ist. Er verstand es glänzend, sich vor den schweren körperlichen Anstrengungen zu drücken, welche die Bereitschaftszeit einer FRA mit sich bringt. Dies war wohl auch seiner Herkunft geschuldet.

Ich erinnere mich an zwei Wachen besonders intensiv. Die eine, im Winter 86/87 (Weihnachten?) am B-Objekt, während des DHS. Wir sollten eigentlich den Zugang zum B-Objekt bewachen, welches ringsum durch eine HSA (Hochspannungsanlage) umgeben war. Aber wir wachten nicht, sondern tranken. Wäre damals eine Kontrolle gekommen, dann hätte ich mich als Wachhabender später bestimmt auch in Schwedt wieder gefunden. Zum Glück kam aber niemand. Die zweite Wache, ebenfalls als Wachhabender, fand am Bau der neuen Feuerstellung der FRA-132 statt. Es war im Sommer 1987 und sehr warm. Wir schliefen alle, nicht nur ich. Unser “liebenswerter” damaliger Kommandeur, Hptm. Huchel wohnte gar nicht weit entfernt und er machte wohl seinen Sonntagsspaziergang, war also gar nicht dienstlich unterwegs. Natürlich spielte das keine Rolle. Dennoch hatte ich Glück; warum weiß ich heute nicht mehr. Major Wagner, welcher damals Politoffizier war, mußte wohl für mich eingetreten sein. Jedenfalls kam ich mit 5 oder 6 Tagen “verschärften Arrests” davon. Später war meine Mutter bei Major Wagner und erkundigte sich, ob dieses “Verbrechen” Auswirkungen auf mein geplantes Studium nach der Armeezeit hätte. Major Wagner verneinte dies und sagte meiner Mutter: Ein guter Soldat muß einmal im Knast gewesen sein. Es gab also doch Menschen im Feld. Dies erfuhr ich aber später noch mehrfach. Ein Gutes hatte diese Wache: Ich wurde danach nie mehr als Wachhabender eingesetzt.

FRA-132 – Bau der neuen Feuerstellung

Das Foto wurde mir von einem ehemaligen Offizier der FRA-133 (Ziegendorf) zur Verfügung gestellt. Die Aufnahme entstand zu einer Zeit, als ich schon nicht mehr in Tramm war (wahrscheinlich Anfang 1988) und zeigt den Bunker des Gefechtsstandes im Bau (Eingang rechts) und die schon in Stellung gebrachte Raketenleitstation SNR-75 wie sie in S-75-Wolchow-Komplexen üblich war. Wir nannten sie PW-Kabine. Die Stellung ging nie in Betrieb und wurde 1990 schon wieder komplett abgerissen. Das war damals, direkt nach der Übernahme der DDR durch die BRD wohl äußerst wichtig.

Seeigel – Gefunden in der neuen Feuerstellung der FRA-132

Die Wache an der neuen Feuerstellung war keine Eintagsfliege. Schon zuvor machten wir dort nur Unsinn. Es standen mehrere große Urals herum. Die gleichen Ungetüme, mit denen auch die P-18 transportiert wurde, nur eben als Baufahrzeug. Die Schlüssel steckten in der Regel. Also setzten wir uns hinters Lenkrad und drehten unsere Runden auf dem Baugelände. Das Problem dabei war, die Kiste wieder genau so hinzustellen, wie sie vorher dastand. Eines Tages viel mir beim herumlaufen auf dem Gelände ein merkwürdiger “Stein” auf. Es war kein Stein, sondern ein Teil eines recht großen versteinerten Seeigels (vor Millionen Jahren war das ganze Gebiet vom Meer bedeckt). Später fand ich auch noch Donnerkeile und Reste von Seeigelstacheln und kleine Gastropoden.

Meine Tage in Tramm neigten sich dem Ende zu. Als Wachhabender taugte ich nicht mehr und einen P-18-Truppführer gab es bereits. Im Oktober 87 wurde der Truppführer der P-18 in Steffenshagen (die FRA-134) entlassen und es war kein neuer angekündigt. Daher wurde ich am 21.10.1987 nach Steffenshagen versetzt. Es war auch ein kleines Nest, lag aber schon im heutigen Brandenburg bzw. dem damaligen Bezirk Potsdam. Etwas Besseres konnte mir damals gar nicht passieren.

Aktuelles Wetter
Impressionen
Der PRW-13 in der FRA-134 im Spätwinter 1988